Cybercrime mit KI: So schützt Ihr Euch vor digitalen Betrügern

14.03.2025
von Jörg Schieb

„Hallo Oma, ich brauche dringend Geld!“ – Wenn KI die Stimme Ihrer Liebsten fälscht

Ein Anruf von der Enkelin in Not, eine dringende WhatsApp-Nachricht vom besten Freund oder eine täuschend echte E-Mail der Hausbank – und alles klingt absolut glaubwürdig. #

Doch was, wenn hinter all dem eine KI-gesteuerte Betrugsmasche steckt? Cyberkriminelle nutzen Künstliche Intelligenz, um Stimmen, Videos und Nachrichten perfekt zu fälschen – mit erschreckendem Erfolg. Wie Sie die neuen Tricks der Online-Betrüger durchschauen und sich schützen können, erfahren Sie hier.

Enkeltrick per WhatsApp: Durch Tricks wird den Opfern Geld abgeschwatzt
Enkeltrick per WhatsApp: Durch Tricks wird den Opfern Geld abgeschwatzt

Cyberkriminalität nimmt zu – dank Künstlicher Intelligenz

Die Kriminalität verlagert sich immer stärker ins Internet: Laut der aktuellen Kriminalitätsstatistik in NRW stieg die Zahl der Cybercrime-Fälle allein dort um 7,9 Prozent – bundesweit sieht es ähnlich aus. Betrug, Datendiebstahl, Erpressung und Phishing sind auf dem Vormarsch. Ein Grund dafür: Kriminelle setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI), um ihre Betrugsmaschen noch raffinierter und überzeugender zu gestalten. Doch welche Tricks sind besonders perfide – und wie kann man sich schützen?

Enkeltrick 2.0: KI macht Betrug noch realistischer

Der sogenannte Enkeltrick ist eine altbekannte Betrugsmasche: Ein Anrufer gibt sich als Enkel oder Verwandter in Not aus und erbittet dringend Geld. Doch mit KI erreicht dieser Trick ein ganz neues Level:

KI-generierte Stimmen: Kriminelle benötigen nur wenige Sekunden Audiomaterial – oft von Social Media – um eine Stimme täuschend echt nachzuahmen. Dann folgt der perfide Anruf: „Oma, ich hatte einen Unfall! Ich brauche Geld!“

Fake-Nachrichten per SMS oder WhatsApp: Betrüger geben sich als Verwandte aus, behaupten, ihr Handy sei defekt, und bitten um Kontaktaufnahme unter einer neuen Nummer.

Deepfake-Videos: In Hongkong verlor ein Unternehmen kürzlich über 20 Millionen Euro, weil Kriminelle mit KI gefälschte Videokonferenzen durchführten – inklusive täuschend echter Stimmen und Gesichter der vermeintlichen Geschäftsführer.

Smishing: Per SMS verschickte Phishing-Nachrichten, die Menschen leichter übertölpeln können
Smishing: Per SMS verschickte Phishing-Nachrichten, die Menschen leichter übertölpeln können

So schützt Ihr Euch

Codewort vereinbaren: Familien sollten ein geheimes Wort ausmachen, das in Notfällen abgefragt wird. Kein Codewort? Dann kein Geld!

Misstrauisch sein: Plötzliche Anfragen nach Geld oder persönlichen Daten immer hinterfragen – und die Person auf bekannten Wegen (zum Beispiel der alten Telefonnummer) kontaktieren.

KI-gestütztes Phishing: Wenn Betrug täuschend echt wird

Phishing gibt es schon lange – aber durch KI wird es immer raffinierter. Früher waren betrügerische E-Mails oft an schlechtem Deutsch oder merkwürdigen Formulierungen zu erkennen. Heute schreiben KI-Tools perfekte, personalisierte Nachrichten, die täuschend echt wie eine Bank- oder PayPal-Mail aussehen.

Neue Gefahren durch KI:

Automatisch generierte Fake-Websites: Betrügerische Webseiten, die echten Bankseiten zum Verwechseln ähnlich sehen.

KI-Chatbots in Dating-Apps: Gefälschte Profile führen echte Gespräche, um an Geld oder Daten zu kommen.

Social Engineering durch KI: Täter analysieren Social-Media-Profile, um ihre Opfer gezielt zu manipulieren.

So schützt Ihr Euch:

Keine Links in Mails anklicken: Besser die URL direkt im Browser eingeben.

E-Mail-Absender genau prüfen: Banken oder Behörden fordern niemals per Mail persönliche Daten.

Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Damit sind gestohlene Passwörter allein nutzlos für Betrüger.

Fazit: Wachsam bleiben und KI für sich nutzen

Cyberkriminelle nutzen KI, um noch überzeugender und effizienter zu betrügen. Doch mit der richtigen Vorsicht und digitalen Schutzmechanismen kann man sich gut absichern. Wer nicht auf Panikmache hereinfällt, bewusst prüft und skeptisch bleibt, reduziert das Risiko, Opfer von Cybercrime zu werden.

Tipp: Nutzen Sie KI selbst für Ihre Sicherheit! Viele Passwort-Manager oder Antiviren-Programme setzen auf KI, um Phishing-Mails und Betrugsversuche automatisch zu erkennen.

Bleibt sicher im Netz!