WhatsApp-Chats sind ein unverzichtbarer Teil eures digitalen Lebens geworden. Wichtige Informationen, Geschäftsnachrichten, Erinnerungen oder sogar Beweise für Belästigungen – all das schlummert in euren Chats. Während das normale WhatsApp-Backup nur innerhalb der App funktioniert, könnt ihr eure Chats auch exportieren und außerhalb von WhatsApp verwenden.
Warum Chat-Export statt Backup?
Ein WhatsApp-Backup hilft euch nur beim Wechsel auf ein neues Gerät oder bei der Wiederherstellung innerhalb von WhatsApp. Beim Chat-Export hingegen bekommt ihr eure Nachrichten als Textdatei, die ihr beliebig weiterverarbeiten könnt. Das ist besonders nützlich für:
- Rechtliche Dokumentation bei Belästigung oder Betrug
- Archivierung wichtiger Geschäftskommunikation
- Übertragung in andere Anwendungen wie Excel oder Word
- Langfristige Speicherung unabhängig von WhatsApp
Chat exportieren: So geht’s Schritt für Schritt
Der Export funktioniert sowohl bei Einzel- als auch bei Gruppenchats identisch. Seit 2025 hat WhatsApp die Funktion noch einmal verbessert und bietet mehr Optionen:
- Öffnet den Chat, den ihr exportieren wollt
- Tippt oben auf den Namen des Kontakts oder der Gruppe
- Scrollt nach unten bis zur Option Chat exportieren
- Neu seit 2025: Ihr könnt jetzt wählen zwischen „Nur Text“, „Mit Medien“ oder „Nur Medien“
- Bei „Mit Medien“ werden auch Fotos, Videos und Sprachnachrichten exportiert
- WhatsApp erstellt automatisch eine ZIP-Datei mit allen Inhalten
- Die Teilen-Funktion öffnet sich automatisch – wählt eure gewünschte App
Wichtig: Bei sehr langen Chats (über 10.000 Nachrichten) erstellt WhatsApp seit Ende 2025 mehrere ZIP-Archive, um die Übertragung zu erleichtern. Diese werden automatisch nummeriert.
Neues Format: WhatsApp Chat Reader
Seit 2025 bietet WhatsApp auch ein verbessertes Export-Format: den „WhatsApp Chat Reader“. Dabei wird zusätzlich zur Textdatei eine HTML-Datei erstellt, die ihr direkt im Browser öffnen könnt. Diese zeigt:
- Nachrichten in einer chat-ähnlichen Darstellung
- Eingebettete Medien (Bilder, Videos)
- Zeitstempel in lesbarer Form
- Suchfunktion innerhalb des Chats
Excel-Import für bessere Übersicht
Die klassische Textdatei lässt sich immer noch hervorragend in Excel oder Google Sheets importieren. Das ist besonders praktisch für die Analyse oder wenn ihr die Nachrichten strukturiert aufbereiten wollt:
- In Excel: Datei > Öffnen > Durchsuchen
- Dateityp auf „Textdateien (*.txt, *.csv)“ ändern
- Die WhatsApp-Textdatei auswählen
- Im Textkonvertierungs-Assistenten „Getrennt“ wählen
- Als Trennzeichen die eckige Klammer „]“ eingeben
- Excel zeigt eine Vorschau – bei passendem Ergebnis importieren
In der Tabellendarstellung sind die Chats deutlich übersichtlicher. Datum, Uhrzeit, Absender und Nachricht stehen in separaten Spalten. So könnt ihr auch Filter verwenden oder nach bestimmten Begriffen suchen.
Rechtliche Aspekte und Datenschutz
Beim Exportieren von Chats solltet ihr einige rechtliche Punkte beachten. Grundsätzlich dürft ihr eure eigenen Chats exportieren. Bei Gruppenchats exportiert ihr aber auch Nachrichten anderer Personen. Diese sollten idealerweise informiert oder um Erlaubnis gefragt werden, besonders wenn ihr die Daten weitergebt.
Für rechtliche Zwecke (etwa als Beweis vor Gericht) solltet ihr zusätzlich Screenshots der Original-Chats anfertigen. Diese zeigen die Authentizität besser als eine exportierte Textdatei.
Alternative Tools und Möglichkeiten
Neben dem nativen WhatsApp-Export gibt es auch spezialisierte Tools wie „WhatsApp Viewer“ oder „iMazing“ (für iPhone-Nutzer). Diese bieten oft mehr Formatierungsoptionen, kosten aber meist Geld und erfordern technisches Know-how.
Für die meisten Anwendungsfälle reicht der kostenlose WhatsApp-Export völlig aus. Er ist sicher, direkt integriert und funktioniert ohne zusätzliche Software.
Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026

