Offline-Karten auf DJI-Remotes kopieren

29.10.2024
von Andreas Erle

Eine Drohne ist mittlerweile für viele Anwender ein weiterer Fotoapparat, der spektakuläre Perspektiven ermöglicht. Durch die Reichweite kommt ihr auch an Positionen, die zu Fuß nicht erreichbar sind. Dumm nur, wenn die in der Fernbedienung anzeigbaren Karten nicht vorhanden sind. Wir zeigen, wie ihr sie dorthin bekommt!

Kartenausschnitte finden und kopieren

Wenn ihr eure Drohne einrichtet, dann fällt euch das nicht auf: Die DJI Remote ist mit dem WLAN verbunden, weil ihr Fernbedienung und Drohne konfiguriert und Updates installiert. Wenn ihr dann unterwegs seid, dann ist diese Online-Verbindung plötzlich nicht mehr vorhanden.

Die Karten im Display der Fernbedienung werden standardmäßig über die Datenverbindung geladen – und genau diese ist auf freiem Feld oft nicht verfügbar oder zu langsam. Die Lösung: Installiert Kartenabschnitte offline auf der Remote. Das funktioniert bei allen aktuellen DJI-Controllern wie der DJI RC Pro, RC-N1 und den neueren DJI RC 2-Modellen:

  • Startet die Fernbedienung, lasst aber die Drohne aus.
  • Im Startbildschirm tippt unten auf Profil.
  • Im sich öffnenden Menü klickt auf Offline-Karten (bei neueren Firmware-Versionen manchmal auch „Karten-Cache“ genannt).
  • Wählt nun den Ausschnitt aus, den ihr als Offline-Karte speichern wollt. Mit Fingergesten könnt ihr diesen vergrößern und positionieren, wie ihr es vom Smartphone gewöhnt seid.
  • Tippt dann auf den Download-Pfeil unten rechts und gebt dem Ausschnitt einen sprechenden Namen wie „Schwarzwald-Tour“ oder „Ostsee-Klippen“.
  • Nach dem Download verwendet die Fernbedienung automatisch die zur Position passenden Offline-Kartenausschnitte, wenn keine Online-Verbindung besteht.

Wichtiger Hinweis: Achtet auf den verfügbaren Speicherplatz! Hochauflösende Kartenausschnitte können schnell mehrere Hundert Megabyte groß werden. Die meisten DJI-Controller haben zwischen 32-128 GB internen Speicher, aber andere Apps und Firmware benötigen ebenfalls Platz.

Optimale Kartenauflösung wählen

Bei den Offline-Karten habt ihr meist mehrere Auflösungsoptionen. Für die meisten Flüge reicht eine mittlere Auflösung völlig aus – sie zeigt alle wichtigen Details wie Gebäude, Straßen und Hindernisse. Die höchste Auflösung benötigt ihr nur, wenn ihr sehr präzise Navigation in dicht bebauten Gebieten plant.

Doch besser online?

Das oben beschriebene Vorgehen funktioniert prima, wenn ihr euch mit eurer Drohne immer an den selben Orten bewegt. Auf der Reise kann das aber zum Problem werden, denn die schönsten Motive finden sich spontan und ungeplant. Was bedeutet, dass ihr die entsprechenden Offline-Karten nicht unbedingt dabei habt. Eine Lösung: Bringt die Remote mit eurem Smartphone online:

Jedes Smartphone bietet eine so genannte Tethering- oder Hotspot-Funktion. Damit wird die Online-Verbindung des Smartphones in ein WLAN umgewandelt, mit dem sich andere Geräte verbinden können. Auch die Fernbedienung einer Drohne – die ist nämlich unter der Haube ein Android-Gerät mit vollem Internet-Zugang!

  • Schaltet den Hotspot auf eurem Smartphone ein. Unter iOS beispielsweise unter Einstellungen > Persönlicher Hotspot, bei Android meist unter Verbindungen > Mobile Hotspot.
  • Auf der Remote wischt von oben nach unten über das Display. Haltet dann den Finger auf das WLAN-Symbol gedrückt.
  • Wählt das WLAN des Smartphones aus und gebt das Kennwort ein (das ihr bei der Konfiguration des Hotspots vergeben habt).
  • Die Fernbedienung ist jetzt über euer Smartphone mit dem Internet verbunden und kann online die Karten der aktuellen Position nachladen.

Tipp: Aktiviert am Smartphone den Datensparmodus für den Hotspot, wenn ihr ein begrenztes Datenvolumen habt. Kartendaten sind zwar nicht riesig, aber bei längeren Sessions können trotzdem einige Megabyte zusammenkommen.

Alternative: eSIM oder 5G-Stick

Für Vielnutzer gibt es mittlerweile auch elegantere Lösungen: Einige Drohnen-Piloten verwenden spezielle Reise-eSIMs oder kompakte 5G-Sticks, die dauerhaft mit der Controller-Hardware verbunden bleiben. Das ist besonders praktisch bei gewerblicher Nutzung oder längeren Expeditionen, wo ihr nicht ständig das Smartphone als Hotspot verwenden wollt.

Fazit: Vorbereitung ist alles

Ob Offline-Karten oder Online-Verbindung – beide Methoden haben ihre Berechtigung. Für geplante Flüge sind Offline-Karten die perfekte Lösung: Sie funktionieren zuverlässig, verbrauchen keine mobilen Daten und sind auch in abgelegenen Gebieten ohne Mobilfunk verfügbar. Für spontane Entdeckungstouren ist die Smartphone-Hotspot-Lösung unschlagbar flexibel. Am besten kombiniert ihr beide Ansätze: Ladet für eure Heimatregion Offline-Karten herunter und habt für alles andere den Smartphone-Hotspot als Backup parat.

Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026